Marl-Brassert, St. Bonifatius

Generalüberholung, Umbau und Sanierung der kompletten Orgelelektrik

Brassert ist ein Stadtteil der Stadt Marl und liegt im Herzen des Ruhrgebiets in der Nähe von Recklinghausen im Bistum Münster. Die Kirche St. Bonifatius wurde in den 1930er Jahren erbaut und erhielt im Jahre 1965 einen großen Umbau nach einem Kirchenbrand. Aus dieser Zeit stammt auch die jetzige Orgel. Die Schwellwerkswindlade und zwei Register wurden aus der alten Breil-Orgel übernommen.

Erbauer des Instruments ist die Firma Speith. Die Orgel hat 20 Register verteilt auf zwei Manualen und Pedal. Im Laufe der Jahrzehnte musste das Instrument dann einige Umbauten, Registerumstellungen und "Erweiterungen" durch Orgellaien über sich ergehen lassen.

Vorrangiges Ziel dieses Projekts war, die elektrische Sicherheit des Instruments wieder herzustellen. Die nachfolgenden Bilder zeigen den vorgefundenen Zustand. Im Spieltisch konnte nur noch eine komplette Entkernung der Elektrik helfen. Hier musste alles erneuert werden: von der Registerwippe an, über die Leuchtaster, Pistons und Schwelltritt bis hin zur kompletten Verdrahtung.

Gut einen Monat vor dem geplanten Beginn unserer Arbeiten, hauchte das Instrument seinen letzten Atem aus: es blies plötzlich an allen Stellen. Die Bälge waren bekannterweise marode, doch der Magazinbalg hatte dann ein so großes Loch bekommen, dass er kaum mehr funktionierte! Zu guter letzt brachen dann noch Registerwippen entzwei - das Spielen auf der Orgel war unmöglich!

Der Spieltisch musste in der Werkstatt vollkommen entkernt werden. Um die zahlreichen Lackschichten auf den Furnieren im Spieltischinneren zu entfernen, war geplant, nur die zweite Furnierschicht zu lösen. Doch Breil klebte die Furniere damals immer mit "Pattex" auf, so dass wir dann auch das erste Furnier entfernen mussten, um einen vernünftigen Haftgrund zu erhalten. Anschließend wurde das Innere mit Eiche neu furniert.

Die Aussparungen für die Kombinationsschalter und Registerwippen im Staffeleibrett wurden auf der CNC-Fräse eingearbeitet, so dass ein sehr sauberes Bild entstand. Die Verdrahtung von den Registerwippen und Kombinationsschaltern erfolgte dann im Spieltisch grundlegend in der Werkstatt. Hierzu setzen wir unsere bewährten Verdrahtungstableaus ein, die den heutigen Sicherheitsrichtlinien entsprechen und in ihrem Auffbau logisch, übersichtlich und nachvollziehbar sind.

In der Orgel selbst wurden die alten Kabel entfernt und erneuert, neue Registermagnete eingebaut. Diese verlangten systembedingt auch nach einem neuen Gleichrichter, der aber eh notwendig war. Alle Flanken, Zwickel und Dichtungen sowohl an der Windladenbälgen als auch am Magazinbalg wurden erneuert.

Die Ausgangssituation

Reinigung in der Kirche

Restaurierung in der Werkstatt

Montage und Intonation

Disposition

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